Gespeichert unter: Feststellungen, Studium/Arbeit | Schlagworte: Abschied, Gefährte, Hermann, Hesse, Semester, Stufen, Weg
Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferheit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft zu leben.Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
An keinem wie an einer Heimat hängen,
Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
Er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten.Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
Uns neuen Räumen jung entgegensenden,
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!Stufen von Hermann Hesse
Ein Gedicht, das ich sehr mag und mir immer wieder in den Sinn kommt, wenn Dinge zu Ende gehen. Mit dem heutigen Tag ist meine letzte Verpflichtung in diesem Semester erfüllt und meine Semesterferien beginnen. Das ist natürlich sehr schön.
Auf der anderen Seite fiel mir auf, dass es wieder Menschen geben wird, denen ich vermutlich nicht wieder begegnen werde. Durch den Schwerpunkt ist man zum Schluss doch eine Gruppe geworden und gehörte irgendwie einfach zusammen. Man geht ein Stück weit zusammen einen Weg. Und irgendwann scheiden diese Lebensgefährten und neue kommen dazu. Genauso geht es mir im Urlaub. Man trifft Leute auf dem Weg, erlebt gemeinsam etwas und dann sind sie wieder weg. Manchmal frage ich mich, was aus dem ein oder anderen geworden ist, was sie mittlerweile machen. Man wird es wohl nie erfahren.
Oder Menschen, die ich im Zug traf. Teilweise wirklich sehr interessante Menschen. Menschen, die aufgefallen sind. Die am Wegrand standen und die mir im Gedächnis geblieben sind.
Das Leben geht weiter. Es ist nicht so, dass ich gerade in ein depressives Loch falle oder mich der Melancholie verschreibe. Ich finde es eher faszinierend. Altes loslassen und sich Neuem widmen. Einerseits, manchem dem Rücken kehren zu müssen und gleichzeitig geheimnisvoll, spannend und mit einem gewissen Anteil an Neugier und auch Unsicherheit, den Blick wieder nach vorne zu wenden und weiterzugehen.
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